Donnerstag, 22. Oktober 2020
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    Start Natur 40.000 Meerforellen in die Alster gesetzt!

    40.000 Meerforellen in die Alster gesetzt!

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    Einige Tierarten  sind im Alstertal bedroht. Bei den Vögeln ist es etwa der Spatz. Um die Fische der Alster ist es hingegen gut bestellt. Trotzdem muss bei bestimmten Arten nachgeholfen werden. Deswegen startete der Angelverein Alster e.V. beispielsweise schon vor Jahren ein Meerforellen-Projekt. Gerade wurden von Initiator Frank Schlichting 40.000 Brütlinge in den Zuflüssen der Alster ausgesetzt.

    Wenn ich mit einer Angel in der Hand an der Alster stehe, werde ich ganz häufig von interessierten Passanten gefragt, welche Fische es denn dort gäbe. Teilweise sogar, „ob“ es überhaupt Fische in der Alster gibt! Wenn ich dann aufzähle, welche Fischarten alle in der Alster heimisch sind, blicke ich meist in völlig erstaunte Gesichter. Denn in der Alster kommen normale Fischarten wie Hechte, Barsche, Rotaugen, Brassen und Gründlinge in großen Mengen vor. Aber auch deutlich seltenere Arten wie Hasel und Quappen sind dort heimisch. Ein Grund ist, dass das Wasser der Alster Güteklasse 2 hat, was ein wirklich guter Wert ist! Das Wasser ist nur etwas bräunlich, weil das Einzugsgebiet sehr moorig ist. Dreckig ist es im Gegensatz zur Annahme viele Passanten deshalb nicht! Ein Beweis die tolle Wasserqualität sind auch die vielen kleinen Arten wie Bitterlinge, Schmerlen, Mühlkoppen und Bachneunaugen, die alle sehr selten und daher auch geschützt sind! Welche Fischart noch fehlt, ist die Meerforelle. Deshalb setze ich mich seit vielen Jahren dafür ein, diese Salmonidenart in der Alster anzusiedeln. Seit über 10 Jahren besetze ich die Alster und deren Nebenbäche deshalb mit tausenden kleinen Meerforellen-Brütlingen. Dieses Jahr waren es 40.000 Stück! Das sind nur 1,5 cm lange Fischchen, die erst vor wenigen Wochen geschlüpft sind. Diese Winzlinge bleiben für etwa 2 bis 3 Jahre in der Alster, bis sie dann bei einer Länge von etwa 25 cm über die Elbe in die Nordsee abwandern. Wenn sie nach 3 bis 4 Jahren im Meer eine Größe von etwa 60 cm erreicht haben, kehren sie zurück in die Alster zurück, um dort selbst für Nachkommenschaft zu sorgen. Das heißt also, dass die kleinen Besatzfische frühestens in 5 Jahren zurückkehren. Aufgrund dieser langen Vorlaufzeit, ist bei diesem Projekt also sehr viel Geduld erforderlich! Abwandernde Meerforellen in Längen bis 25 cm wurden schon sehr viele in der Alster nachgewiesen. Und jetzt warte ich auf die erste Meldung einer aus der Nordsee aufgestiegenen Meerforelle. Ich gehe fest davon aus, dass bereits Meerforellen in die Alster aufgestiegen sind. Wenn es nur 50 Meerforellen wären, wäre das schon ein sensationeller Erfolg. Angesichts dessen, dass die Alster, so lang ist und dadurch eine riesige Wasserfläche hat, ist der Nachweis dieser Fische natürlich extrem schwer. Aber ich bin mir sicher: Irgendwann wird eine aus der Nordsee aufgestiegene Meerforelle in der Alster gefangen! Und dann wird man meinen Freudenschrei wahrscheinlich bis an die Nordsee hören … Frank Schlichting

    Frank Schlichting beim Besetzen kleiner Meerforellen. Die gut 1,5 cm langen Winzlinge bleiben für etwa 2 bis 3 Jahre in der Alster, bis sie dann (etwa 25 cm lang) über die Elbe in die Nordsee abwandern.

    Foto: Jan Rickert

     


     

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