Samstag, 24. Oktober 2020
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    Früher Heckenschnitt gefährdet Vogelnachwuchs

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    Fragen Sie sich auch jedes Jahr erneut, ab wann man wieder die Hecke schneiden kann? Hier die Antwort für alle Alstertaler Gartenbesitzer: Der NABU Hamburg bittet darum, sich noch mindestens bis Ende Juli mit dem Rückschnitt von Hecken und Sträuchern zu gedulden. Derzeit brüten viele Singvögel im Schutz des dichten Blattwerks.

    Im jedem Garten grünt es in diesen Tagen. Für viele Gartenbesitzer ist dies eine gute Gelegenheit Hecken zu stutzen. Zum Schutz der Vogelwelt bittet der NABU aber darum, mit dem Hecken- und Strauchschnitt noch bis Ende Juli zu warten. „Der Nachwuchs vieler Gartenvögel wie zum Beispiel von Amsel und Zaunkönig wird gerade flügge. In dieser sensiblen Phase ist ein Strauchschnitt für die Tiere problematisch“, erläutert Biologin Dr. Katharina Schmidt vom NABU Hamburg. „Die Vogeleltern könnten durch Schnittmaßnahmen so sehr gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben. Auch haben Beutegreifer ein leichteres Spiel, wenn die schützenden Zweige weggeschnitten werden und die Nester so leichter zu entdecken sind.“ Darüber hinaus gibt es im Juni bei vielen Singvögeln eine zweite Brut, die ebenfalls durch das Heckenschneiden gefährdet wird.

    Auch aus Gärtnersicht lohnt es sich zu warten. Die Pflanzen befinden sich bis Ende Juni im zweiten Wachstumsschub. Wer zu früh die Heckenschere auspackt, muss sie in der Regel noch ein zusätzliches Mal einsetzen. „Auf jeden Fall gehört für naturfreundliche Gärtner vor dem Schnitt eine intensive Suche nach belegten Nestern in den Sträuchern dazu“, erklärt Schmidt. Auch gesetzlich müsse jeder, der Hecken schneidet, darauf achten, Vögel nicht unnötig zu stören.

    Wenn die Jungvögel flügge werden, sind auch häufig einsam und hilflos wirkende Vogelkinder am Boden zu finden. Der NABU appelliert, diese Tiere nicht gleich aufzunehmen, sondern sie an Ort und Stelle zu belassen. Nur ganz selten handele es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen. Der Schein trügt häufig, denn die Jungen mancher Vogelarten, wie z.B. der Amsel, verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet sei. Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas ungeübten „Nestflüchter“ sitzen dann im halbhohen Geäst oder auf dem Boden. Dort werden sie aber weiterhin von ihren Eltern versorgt. Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig so genannte „Standortlaute“ hören.

    Weitere Gartentipps bietet der NABU unter

    Die Verordnung der Stadt Hamburg zum Rückschnitt von Bäumen und Hecken finden Sie unter

    Foto: stefmobils auf Pixabay

     


     

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