Freitag, 30. Oktober 2020
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    Wilde Zeiten in Klein Borstel

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    Er ist ein Meister auf seinem Gebiet: Christian Tetzlaff, einer der gefragtesten Geiger der Klassikwelt. International begeistert der gebürtige Alsterdorfer das Publikum. Wir haben ihn gefragt, warum einer der Grundsteine seiner Karriere am Albert Schweitzer Gymnasium in Klein-Borstel gelegt wurde.

    Alstertal Magazin: Sie haben Geige in Lübeck & in den USA studiert. Wie lange dauert so ein Studium?
    Christian Tetzlaff: Das ist schwer zu sagen, als Geiger beginnt man bereits sehr früh mit dem Unterricht. Mit 15 war ich Vorstudent, bis 22, 23 habe ich dann noch studiert. Mir war bereits mit 11 Jahren bewusst, dass ich Geiger werden möchte.
    Wie waren die ersten Schritte?
    Ganz zart und langsam. Bis ich 15 war habe ich nicht viel geübt. In dem Alter habe ich dann aber begonnen am Albert Schweitzer Gymnasium im Jugendorchester zu spielen. Von da an war klar, dass „Lust“, „lustig“ und „Musik“ zusammengehört. Wir sind auf Reisen gegangen, sowohl mit dem Orchester, als auch mit dem Bundesjugendorchester. Da ist Halligalli, das gemeinsame Musizieren ist sehr emotional und überträgt sich auch sehr schön in das soziale Miteinander. Das waren wilde Zeiten.
    Am 26. Mai sind Sie im ASG aufgetreten, wie hat sich das denn ergeben?
    Das ASG hatte sein großes Jubiläum und da wollte ich sehr gerne Teil von sein. Ich hatte diesen wunderbaren Musiklehrer und Orchesterleiter, Dieter Lindemann, der mich so geprägt hat, dass ich an das Musizieren glaube.
    Glauben Sie, dass es in Deutschland zu wenig Schulen gibt, die ihren Schwerpunkt auf Kreativität legen?
    Das kann ich nicht beurteilen, ich kann nur sagen, dass es an dieser Schule fantastisch war. Wenn man allerdings an Musikerausbildungen denkt, dann gibt es zu viele, die ausgebildet werden. Ich würde mir aber wünschen, dass wenn Musikunterricht gemacht wird, dass er gegensätzlich zu den anderen Fächern ist. Es wäre schön, wenn Musik ein Fach ist, bei dem gemerkt wird, dass das Wesentliche, was uns Menschen zusammenhält, emotionale Bindungen sind. Dafür ist die Musik sehr zuständig. Musik sollte ein Highlight sein und nicht ein weiteres Lernfach.
    Wie viele Kinder haben Sie?
    Sechs. Zwei von denen sind bereits selbst professionell in der Musikbranche tätig. Ich wünsche jedem mit der Musik auf einem tiefen emotionalen Level Erfahrungen zu machen, weil es heutzutage wesentlich wichtig ist zu erkennen, dass wir alle auf irgendeinem Level zusammengehören und dazu dient das Konzerterlebnis sehr gut.
    Was sagen Sie selbst, unterscheidet Sie von anderen Geigern?
    „Geiger sein“ ist nur ein Mittel zum Zweck, um sich auszudrücken. Die absolute Mission ist „Musik“. Ich arbeite jedes Jahr leidenschaftlicher daran, dass die Gefühle des Komponisten wirklich beim Publikum ankommen. Zu anderen Geigern gibt es da bestimmt Unterschiede, dass es mehr um den Spieler selbst geht. Das ist bei mir bestimmt nicht so.
    Anfang Juli treten Sie nun wieder in der Elbphilharmonie auf.
    Es ist ein fantastischer Raum, klanglich herrlich. Von der Atmosphäre ist es wirklich eine Art Tempel, ich spiele unheimlich gerne dort.     

    ks

     


     

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