Samstag, 24. Oktober 2020
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    Angst macht gefügig.

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    Neulich sagte mir eine junge Frau von 24, sie rechne damit, dass sie keine 50 Jahre alt wird, da die Klima-Katastrophe in den nächsten 20 Jahren über die Erde hereinbräche. Ihre Freunde dächten genauso.

    Abgesehen davon, dass kein einziger seriöser Klima-Forscher so etwas voraussagt – sie rechnen beim Klima-Wandel in Zeiträumen von Hunderten von Jahren – wirft diese deprimierende Aussage ein Schlaglicht auf die Ängste vieler Menschen.

    Kein Forscher kann mit 100%iger Sicherheit sagen, ob die Erd-Erwärmung menschengemacht oder natürlich ist, ob wir sie aufhalten können und welche Ausmaße sie annimmt. Alle Prognosen sind hochgerechnete Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten.

    Trotzdem breitet sich eine Endzeit-Stimmung aus, vor allem in den Ländern des Westens und ganz besonders in Deutschland: “German Angst” sagt der Rest der Welt dazu.

    Selbstverständlich muss die Menschheit die Umwelt-Problematik in den Griff kriegen – keine Frage – aber mit Angst und Panik?

    Beides hilft nicht, sondern lähmt. Und schlimmer: mit Angst macht man Menschen gefügig. Nichts eignet sich besser zur Manipulation der Massen als Drohendes.

    Demagogen und Diktatoren wissen das.

    In George Orwells Roman „1984“ werden die Menschen gefügig gemacht mithilfe täglicher Schreckensmeldungen über einen Krieg, der sie angeblich ständig bedroht und der dennoch nie näher kommt.

    Die Klima-Sorge der Menschen könnte ebenso missbraucht werden. In hysterischen Seelenlagen sind Menschen bereit, Freiheits-Einschränkungen gutzuheißen, die sie unter normalen Umständen niemals hinnehmen würden. Ganz besonders, wenn ein „guter Zweck“ die Mittel heiligt. Und gibt es einen besseren “guten Zweck” als den Kampf gegen die Erd-Erwärmung? Ich mag mir gar nicht vorstellen, welche diktatorischen Knebelungen damit gerechtfertigt werden könnten.

    Die Ökologie ist dabei, sich zu einer Ideologie zu entwickeln, fast schon zu einer neuen Religion.

    Die Parallelen sind auffällig: Den Platz des Jüngsten Gerichts hat die „Klima-Katastrophe“ eingenommen und anstelle der Kirchen erzeugen Umwelt-Gruppen und -Parteien ein Klima der Dauer-Schuld. Wobei Schuldgefühle die Manipulierbarkeit der Menschen verstärken.

    Der Panik-Star Greta Thunberg wurde von den Grünen zur Prophetin erhoben, und wer den “Klima-Wandel” kritisch hinterfragt, wird per Shitstorm als Ketzer an den Pranger gestellt. Fragen sind Sünde. So wird Motivation erstickt und Angst gefördert.

    Ich fürchte eine hochgerechnete Klima-Katastrophe in ferner Zukunft zur Zeit nicht so sehr wie eine mögliche Polit-Katastrophe einer Öko-Diktatur in naher Zukunft. Auch aus dieser Ecke kann ein neuer Faschismus kommen, nicht nur von rechtsaußen. Seien wir also wachsam!

    Was wir heute brauchen, um der Klima-Herausforderung zu begegnen, ist keine Endzeit-Depression, sondern das Gegenteil: Optimismus, Mut, ergebnisoffene Forschung und unorthodoxe Ideen. Und eine junge Generation, die davon fest überzeugt ist, dass sie eine Zukunft hat.

    Lutz Ackermann ist ein bekannter Moderator und Nachbar. Er lebt bei uns im Alstertal.
    www.lutz-ackermann-moderator.de

     

     


     

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