Dienstag, 20. Oktober 2020
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    Grüne warnen vor Online-Tierhandel

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    Laut einer Anfrage der Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Christiane Blömeke bleibt das wahre Ausmaß von Tierschutzverstößen speziell beim Online-Tierhandel im Dunkeln. Die Bürgerschaftsfraktion rät daher dringend von Tierkäufen übers Internet ab.

    „Es ist erschreckend, dass es offenbar beim Handel mit Heimtieren besonders schwierig ist, die Einhaltung des Tierschutzes zu kontrollieren“, mahnt Christiane Blömeke in ihrer Anfrage an den Hamburger Senat.

    Die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion spielt damit auf ein Geschäft an, das längst weltumspannende und mafiöse Strukturen aufweist. Dabei ist nicht nur der Handel mit exotischen Tierarten ein ernst zunehmendes Problem, auch das illegale Geschäft mit Heimtieren wie Hundewelpen, Katzenbabys oder Kaninchen floriert in Europa.

    Illegaler Tierhandel nach wie vor ein wachsender Markt

    Und das nicht ohne Grund: Laut einer 2017 erstellten Studie der Tierschutzorganisation Vierpfoten bieten Online-Marktplätze wie Ebay-Kleinanzeigen illegalen Zucht-, Händler- und Fahrernetzwerken einen wachsenden Absatzmarkt in Deutschland. Auf den Plattformen werden die Tiere ohne persönliche Verifizierung inseriert, weshalb eine Rückverfolgbarkeit nicht gewährleistet ist.

    Dabei sind unwürdige Haltungsbedingungen längst nicht nur in der Lebensmittelindustrie ein Thema. Auch wenn Tiere zum Liebhaben oder als Statussymbole gezüchtet und gehandelt werden, ist die Gefahr groß, dass sie auf ihrem Weg nach Deutschland leiden.

    „Wem das Wohlergehen seines zukünftigen Tieres am Herzen liegt, sollte Online-Portale beim Kauf unbedingt meiden“, so Blömeke in ihrer Anfrage. Denn dort seien die Kontrollmöglichkeiten so stark erschwert, dass skrupellose Händlernetzwerke leichtes Spiel hätten.

    Anzahl der Verfahren im vierstelligen Bereich – Dunkelziffer wohl noch höher

    Die Staatsanwaltschaft Hamburg meldet eine vierstellige Anzahl von Verfahren rund um gesetzeswidrigen Tierhandel seit 2014. Die Dunkelziffer der Verstöße dürfte aufgrund der erschwerten Kontrollen im Online-Bereich allerdings noch um ein Vielfaches höher sein.

    Die Grüne Bürgerschaftsfraktion rät daher, sich statt eines voreiligen Spontankaufs in jedem Fall ausreichend über das Tier und seine Bedürfnisse, aber auch über die Verkäufer und Aufzuchtbedingungen zu informieren.

    „Den Verkauf und insbesondere Versand von Tieren über Online-Portale lehnen wir als Grüne entschieden ab“, so die tierpolitische Sprecherin Blömeke. „Wir setzen uns auf Bundesebene dafür ein, dass diese Praxis unterbunden wird.“


     

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