Sonntag, 25. Oktober 2020
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    Start People "Wir sind die Klima-Kids!"

    “Wir sind die Klima-Kids!”

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    Für „Fridays for Future“ gehen immer noch jede Woche weltweit Tausende Kinder und Jugendliche gegen den Klimawandel auf die Straße. Auch die Enkel des berühmten Alstertalers James Last, Clara und Luis, sind dabei. Zusammen mit ihrem Mitstreiter Lorenz besuchten sie uns im Verlag!

    Alstertal PLUS: Was hat euch dazu gebracht, euch gegen den Klimawandel zu engagieren? Gab es eine Person oder ein auslösendes Ereignis dafür?

    Clara: Wir haben uns bereits vorher viel mit dem Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigt. Deshalb kaufen wir seit langem z.B. Bio-Lebensmittel, essen vegan oder vegetarisch oder versuchen auf Plastik zu verzichten. Ich habe unter anderem ein Greenteam geleitet und hierbei Informationsstände zu verschiedenen Umweltthemen organisiert.

    Lorenz: Ich gehe schon länger auf Demonstrationen. Der Klimawandel ist schon lange ein Problem, nicht nur jetzt plötzlich eines geworden. Jedoch wird es durch die Demonstrationen noch deutlicher, dass sich nun wirklich etwas ändern muss.

    Was ist eurer Meinung nach das größte Problem: das Artensterben, der Klimawandel oder die Plastikverseuchung der Erde?

    Clara: Wir denken, dass man bei dem Klimawandel nicht nur auf ein Problem gucken kann, alle der genannten Probleme sind gleich wichtig und es muss gegen alle mit gleich starken Maßnahmen angegangen werden.
    Der Anteil von CO2, den wir als Deutsche emittieren, ist im globalen Vergleich eher gering – etwa 3% – wie sollen wir die Menschen in anderen Ländern überzeugen, die restlichen 97% einzusparen?

    Lorenz: Es geht nicht darum, die anderen Länder zu kritisieren. Deutschland soll mit gutem Beispiel vorangehen, informieren und inspirieren, dann würden die anderen Länder nach und nach auch Schritte in die richtige Richtung machen, da sie dann sehen, dass es auch ohne hohen Kohlenstoffdioxid Ausstoß möglich ist zu wirtschaften. Nicht nur die Regierung ist gefragt, sondern jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten.
    Es gibt immer noch Leugner der Klimakrise – unter ihnen sogar der US-amerikanische Präsident. Habt ihr persönlich schon einmal mit solchen Leuten gesprochen? Wie könnte man die überzeugen?
    Clara: Natürlich läuft man immer wieder Leugnern der Klimakrise über den Weg. Es gibt weltweit genügend wissenschaftliche Studien von etablierten Universitäten, die beweisen, dass wir in einer Krise stecken. Wenn man informative, wahre und verständliche Gegenargumente liefert, gehen den Leugnern meist die Argumente aus oder es wird nicht mehr geantwortet und nur noch weggeschaut.

    Warum seid gerade ihr jüngeren Leute so aktiv in der Bewegung? Warum engagieren sich die älteren Leute nicht so stark wie ihr?

    Lorenz: Es geht hauptsächlich um die Zukunft der jüngeren und weniger um die der älteren Generationen. Trotzdem gibt es immer mehr Bewegungen, die zeigen, dass es auch den Älteren wichtig ist eine gute Zukunft für sich und ihre Nachkommen zu schaffen. Es gibt inzwischen Gruppen und Organisationen wie z.B. Parents for Future, Teachers for Future, Grandparents for Future, Scientists for Future, Farmers for Future etc., die es auch wichtig finden, dass die Politiker und Industrien jetzt etwas ändern müssen.

    Einige Erwachsene raten eurer Bewegung, statt zu demonstrieren, lieber in die Schule zu gehen und die Klimapolitik den Profis zu überlassen. Was antwortet ihr denen?

    Clara: Das Motto unserer Demonstrationen lautet: „Warum für eine Zukunft lernen, wenn es keine gibt?“ Warum sollten wir uns dann Wissen aneignen, wenn es uns später nichts nützt? Außerdem ist es nicht so, dass wir streiken, um die Schule zu verpassen, der versäumte Unterricht wird in der Freizeit nachgeholt. Wir streiken, dass es sich wieder lohnt, in die Schule zu gehen. cl

    Foto: Setzen sich für eine bessere Klimapolitik ein: Clara, Luis und Lorenz (v.l.)

     


     

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