Samstag, 24. Oktober 2020
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    Kochen für Kochfaule

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    Das Cover des gerade erschienenen ALSTERTAL MAGAZINS ziert die Moderatorin Madita van Hülsen (auf dem Foto mit Sebastian Lege) ist stets für eine Überraschung gut. Wussten Sie, dass sie in Volksdorf geboren wurde? Dass sie ausgebildete Trauerbegleiterin ist? Dass sie eigentlich gar nicht kochen kann? Wir trafen uns mit ihr auf einen Plausch über all das und ihre neue Sendung.

    Könnte man sagen, dass du eine gebürtige Volksdorferin bist?
    Ich bin in Großhansdorf-Ahrensburg großgeworden, da war das nächste große Krankenhaus eben in Volksdorf. Aber in meiner Kindheit war ich immer schon mit dem Alstertal verbunden. Ich erinnere mich an jeden Wochenendtrip ins AEZ.
    Du bezeichnest dich selbst als Koch-Legasthenikerin, moderierst aber schon länger Kochsendungen…
    Mittlerweile sieben Jahre lang!
    Demnächst gibt’s mit dem „Quiz mit Biss“ eine neue Sendung auf Kabel Eins … färbt da nicht langsam etwas Know-how auf dich ab?
    Nee, leider nicht (lacht)! Wenn mich etwas brennend interessiert – Menschen, Gefühle… das merke ich mir natürlich. Aber wie viel Salz oder Zucker ich für irgendwas verwenden soll oder ob das 20 oder 40 Gramm Mehl sind – das merke ich mir leider alles nicht, ich glaube, weil es mir auch nicht so viel bedeutet wie einem Profikoch.
    Wie kam es überhaupt dazu, dass du ausgerechnet diese Sendungen moderierst?
    Ich bin die Verbindung zum Zuschauer! In meinen Sendungen mit den Profiköchen, oder auch wenn ich Kochmessen moderiere, stelle ich die natürlichen, normalen Fragen, die die Zuschauer sich auch fragen. Der Koch selbst weiß ja, sein Fleisch ist bei 80 Grad am besten und man muss es sechs Stunden drinlassen, aber der Mensch, der zum ersten Mal die Sendung sieht, hat das vorher noch nie gehört! Es ist eigentlich ein Geschenk, dass ich immer neugierig bleibe. Ich bin, wie ich bin, natürlich-normal, und alles, was anderen Leuten zu peinlich wäre zu fragen, frag ich.
    Ich habe gelesen, seit 2014 bist du Trauerbegleiterin. Wie kam das?
    Das stimmt. Ich habe mit meiner Freundin Anemone Zeim „Vergiss Mein Nie“, Deutschlands erste Agentur für Trauerberatung gegründet. Das kam durch eine persönliche Erfahrung. Beim Abitur war ein bester Freund von heute auf morgen nicht mehr da – ein Unfall mit einem nicht angesagten Güterzug. Ich habe damals gar nicht verstanden, was das bedeutet, wusste nicht mehr, wo oben und unten ist. Ganz schrecklich war, dass die Deutsche Bahn uns nicht erlaubte, an den Gleisen eine Kerze für ihn aufzustellen. Ab dem Zeitpunkt setzte ich mich viel damit auseinander, merkte aber auch, dass viele sich damit nicht auseinandersetzen möchten oder können, einfach weil sie Angst vor diesem Thema haben. Ich habe das immer mit mir herumgetragen, habe aber nicht viel mit Menschen darüber geredet, weil wenige das angstfrei können und wollen. Dann kam ich völlig unvermittelt ins Gespräch mit einer Nachbarin auf St. Pauli, wo ich lebte, über das Sterben, den Tod und das Leben an sich. Eine ganz magische Stunde. Die Geburtsstunde von „Vergiss Mein Nie“. Wir machten zwei Jahre eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin. Bis vor einem Jahr war ich da auch tätig, dann übergab ich es ihr.
    War es zu viel?
    Ich hatte mein Leben lang, seitdem ich aus der Schule raus bin, immer mindestens zwei Jobs. Ich hatte gefühlt 200% meiner Energien an allen Stellen. Dann dachte ich irgendwann: Was passiert wohl, wenn ich 400 Prozent in eine Sache reinste-cke? Tja, dann kriegte ich eine Sendung. Ist natürlich geil.    Christian Luscher

    Madita van Hülsen und Christian Luscher, stv. Chefredakteur trafen sich für die Story im aktuellen ALSTERTAL MAGAZIN.

    Foto oben:  Die selbsternannte „Koch-Legasthenikerin“ Madita van Hülsen macht in ihrer neuen Quiz-Show verrückte Küchen-Experimente mit Food-Professor Sebastian Lege. Foto: Kabel Eins/Bene Müller

     


     

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