Samstag, 24. Oktober 2020
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    Volksdorferin Annemarie Dose geehrt

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    Der Hamburger Senat benennt drei Verkehrsflächen nach engagierten Frauen. Unter anderem auch nach der 2016 verstorbenen Gründerin der Hamburger Tafel, Annemarie Dose. Ebenfalls bedacht wurden Betty Heine, Mutter von Heinrich Heine und Emily Ruete, Prinzessin von Oman und Sansibar.

    „Mit Annemarie Dose, Betty Heine und Emily Ruete würdigt die Stadt drei mutige, starke und einflussreiche Frauen, die mit ihrem Engagement unsere Gesellschaft nachhaltig prägten. Besonders freue ich mich, dass künftig im Herzen von Eimsbüttel ein Park an Annemarie Dose erinnern wird, die mit der Hamburger Tafel ein Netzwerk an Ehrenamtlichen aufgebaut hat, das bis heute Tag für Tag tausende Bedürftige in der Stadt mit Lebensmitteln und Sachspenden versorgt. Durch die Benennungen bleiben die Namen und die Spuren, die die starken Frauen hinterließen, im öffentlichen Stadt-Gedächtnis dauerhaft präsent“, sagt Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien. 

    Die Grünfläche zwischen Bogenstraße und Kielortallee, parallel zur Straße Beim Schlump, wird in Annemarie-Dose-Park benannt. 1994 gründete Annemarie Dose die Hamburger Tafel – die dritte Tafel auf Bundesebene. Zwischen 1995 und 2015 hatte der Verein seinen Sitz in dem früheren Krankenhausgebäude Beim Schlump. Zur finanziellen Absicherung der Tafel rief Annemarie Dose  2002 die Stiftung der Hamburger Tafel ins Leben. Nach 18 Jahren trat sie als Vorsitzende der Tafel zurück, blieb aber zeitlebens Ehrenvorsitzende. Für ihr Engagement wurde ihr 2009 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen. Annemarie Dose verstarb 2016 in Hamburg.

    Auf St. Pauli wird die einmündende Wegfläche von der Talstraße in die Hein-Hoyer-Straße künftig Betty-Heine-Stieg heißen. Die aus Düsseldorf stammende Jüdin Betty Heine ist die Mutter des Dichters Heinrich Heine, Ehefrau von Samson Heine und Schwägerin des Hamburger Bankiers und Mäzens Salomon Heine. 1797 setzte Betty Heine die Hochzeit mit Samson Heine gegen den Willen der jüdischen Gemeinde durch. Die hochgebildete und dem Gedanken der Aufklärung verpflichtete Mutter Heinrich Heines hat auch das Werk ihres Sohnes stark geprägt.

    Das Endstück der Leo-Leistikow-Allee, das von der Uferstraße begrenzt wird, wird künftig in Emily-Ruete-Platz umbenannt. Emily Ruete wuchs als Prinzessin von Oman und Sansibar auf Sansibar auf und lernte dort den deutschen Kaufmann Rudolph Heinrich Ruete kennen. Um ihn heiraten zu können floh sie nach Deutschland und lebte anschließend mit ihrem Ehemann in Hamburg-Uhlenhorst, unweit des  heutigen Finkenauquartiers. Emily Ruete war Lehrerin und Schriftstellerin und verfasste zwei Bücher. Ihr Erstlingswerk ist die erste Autobiographie einer Araberin in der Literaturgeschichte. 1924 verstarb sie in Jena. Sie liegt auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg begraben.

     

     


     

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