Dienstag, 27. Oktober 2020
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    Summt es weniger in unseren Gärten?

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    Insekten zählen für die Artenvielfalt: Auch in diesem Jahr rief der NABU wieder zu seiner deutschlandweiten Mitmachaktion „Insektensommer“ auf. Über 16.300 Menschen haben sich beteiligt. Auch im Alstertal. Wir haben die Zahlen exklusiv ausgewertet.

    “Suchen Sie sich einen schönen Platz, von dem Sie einen guten Blick in die Natur oder den Garten haben und sammeln sie Daten für Artenvielfalt.“ Mit diesen Worten machte der Naturschutzbund (NABU) bereits im vergangenen Herbst Werbung für den diesjährigen Insektensommer. Vom 31. Mai bis zum 9. Juni und von 2. bis 11. August wurden Insektenfreunde im gesamten Bundesgebiet dazu angehalten, sich einmal ganz auf die kleinen Krabbler einzulassen und diese innerhalb eines gewissen Beobachtungsradius zu zählen. Tatsächlich nahmen mehr 16.300 Menschen an der Aktion teil, indem sie Hummel, Schmetterling und Co. auf dem Balkon, im Park oder dem eigenen Garten beobachteten und die Zahlen anschließend an den NABU weitergaben.

    So lief es im Alstertal und den Walddörfern

    Heraus kam eine spannende Zwischenbilanz über den Ist-Zustand der deutschen Insektenpopulation, zu dem auch das Alstertal seinen Beitrag leistete. Insgesamt 27 Alstertaler Haushalte nahmen an der Aktion teil, die gleich mehrere interessante Entwicklungen zutage brachte. Dem allgemeinen Trend entsprechend, nahmen sich mit einer Ausnahme alle Alstertaler Insektenfreunde den eigenen Garten als Beobachtungsareal vor – und das aus gutem Grund: Wie die Zahlen des NABU belegen, zählt der Garten inzwischen zu den wichtigsten Lebensräumen der Insekten, weil sie dort viele reichhaltige Nahrungsquellen finden. Damit dies auch so bleibt, appelliert der NABU an Gartenbesitzer, vor allem auf naturnahe Gärten mit heimischen Stauden und Kräutern zu setzen. Wie eng eine vielfältige Flora und Fauna mit dem Insektenaufkommen zusammenhängt, zeigte sich durch den starken Populationszuwachs zweier Wanderfalter: So wurde beispielsweise der Distelfalter in diesen Sommer an jedem zehnten Beobachtungspunkt in Deutschland gesichtet. Im Alstertal wurde der Falter sogar von jedem zweiten Aktionsteilnehmer notiert, wobei hier vor allem die Gärten in Sasel und Duvenstedt herausstachen. Der Admiral, der ebenso wie der Distelfalter im Herbst gen Süden zieht, wurde immerhin noch in 10 von 27 Gärten gesichtet.

    Zum Glück häufig im Alstertal gesichtet: der Diesetlfalter. Foto: Kai Wehl

    Die Hummeln gelten deutschlandweit als die großen Gewinner des NABU-Insektensommers 2019. Während bei der Zählung im Frühsommer erneut die Steinhummel am häufigsten notiert wurde, setzte sich im Hochsommer die Ackerhummel an die Spitze der Statistik. Interessant: Im Alstertal lag die Erdhummel in der August-Auswertung mit insgesamt 63 Sichtungen recht deutlich vor der Ackerhummel mit lediglich 40 Sichtungen. Im bundesweiten Vergleich wurde die Ackerhummel hingegen knapp dreimal häufiger notiert als ihr dunkleres Pendant. Doch damit nicht genug: Die im Alstertal mit Abstand am öftesten beobachtete Insektenart war im August die westliche Honigbiene. Hinsichtlich deren Bedeutung für die Pflanzenwelt eine erfreuliche Entwicklung, die sich vor allem in Volksdorf bemerkbar machte. Dort gaben gleich zwei Haushalte an, mehr als 60 Honigbienen gezählt zu haben.
    Der Wespe hingegen ging es im Sommer 2019 sowohl im Alstertal als auch im deutschlandweiten Trend an den Kragen. Lediglich 58 Wespen wurden von den 27 Alstertaler Haushalten notiert. Im deutschlandweiten Ranking fielen die schwarz-gelb geringelten Insekten verglichen mit 2018 sogar von Platz 5 auf Platz 12. Gut möglich, dass er Hitzesommer 2018 die Wespen-Population massiv begünstigte. Jonas Bormann

     

     


     

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