Mittwoch, 21. Oktober 2020
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    Gefährdete Liebesboten

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    Die Turteltaube gilt für viele als ein Symbol der Liebe und des Friedens. Tatsächlich sind die Lebensumstände der scheuen Vögel allerdings alles andere als romantisch. Mit der Auszeichnung zum Vogel des Jahres 2020 möchte der NABU auf die Problematik aufmerksam machen.

    Das Leben einer Turteltaube ist nicht etwa geprägt von Liebe, Geborgenheit und dem einen Partner bis zum Rest aller Tage. Nein, das Leben einer Turteltaube  ist in erster Linie eines: gefährlich.

    Zwar kann die kleinste aller Taubenarten gute 13 Jahre alt werden – ihre Überlebensrate liegt allerdings nur bei 50 Prozent jährlich.

    Schlimmer: Nur jeder vierte bis fünfte Jungvogel kommt überhaupt durch das erste Lebensjahr, wodurch die deutsche Turteltauben-Population seit 1980 um fast 90 Prozent zurückgegangen ist. Die Turteltaube steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten.

    Natürlicher Mechanismus greift nicht mehr

    Normalerweise wird die natürliche Sterblichkeitsrate bei Jungvögeln durch mehrere Bruten im Jahr ausgeglichen, doch problematisch wird es dann, wenn selbst dieser Mechanismus nicht mehr greift.

    Schrumpfende Lebensräume, vergiftete Nahrung und legale wie illegale Jagd auf dem Weg ins Überwinterungsgebiet machen den Vögeln das Leben schwer.

    Grund genug für den NABU, die Turteltaube zum Vogel des Jahres 2020 zu wählen, damit man stärker auf die prekäre Situation der Vögel aufmerksam zu machen.

    Zunehmende Landwirtschaft als Problem

    Früher gehörte das markante Gurren der Turteltauben zur üblichen Geräuschkulisse von Dorfrändern und Flussufern, schließlich waren mit Wildkräutersamen und Feldfrüchten mehr als genug Nahrungsquellen vorhanden.

    Dass die wenigen Turteltauben, die es heute noch gibt, am ehesten auf ehemaligen Truppenübungsplätzen oder in Weinbauregionen zu finden sind, liegt vor allem an der Intensivierung der Landwirtschaft.

    So geht die Ausweitung von Anbauflächen mit einem Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern einher, der sich wiederum in einem Verlust von Nistplätzen und Nahrungsquellen äußert.

    Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, ist das chemisch behandelte Saatgut vieler Äcker auch noch giftig für die Tauben.

    Jagd  setzt den Populationen stark zu

    Dass die Turteltauben die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas sind, erweist sich zudem ebenfalls immer öfter Nachteil.

    So konnten Wissenschaftler nachweisen, jährlich mehr als 1,4 Millionen in der EU legal geschossenen Turteltauben von der Art nicht mehr verkraftet werden können.

    In manchen Ländern gilt das Schießen der stark gefährdeten Turteltauben sogar als „Sport“ zum eigenen Vergnügen.

    NABU ruft Petition  ins Leben

    Mit der Wahl zum Vogel des Jahres 2020 möchte der NABU zeigen, dass es auch anders geht. Seit Jahren kämpft der Naturschutzbund beispielsweise schon für eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die die Natur erhält, statt sie zu schädigen.

    Um die Jagd auf die Turteltaube zu stoppen, hat der NABU zudem eine Petition ins Leben gerufen, die sich für das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedsstaaten einsetzt.

    Weitere Infos hierzu gibt es im Internet unter  https://mitmachen.nabu.de/turteltauben-retten


     

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