Mittwoch, 30. September 2020
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    Start Gesund leben „Mein Weg zur Vagina-Expertin“

    „Mein Weg zur Vagina-Expertin“

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    Was im ersten Moment als ein lustiges Thema erscheint, hat einen ernsten Hintergrund: Für die Frauengesundheit ist eine intakte Scheidenflora sehr wichtig. Die empfindliche Balance der Scheidenflora kann allerdings aus dem Gleichgewicht geraten…

    Im Oktober erhielt ich eine Einladung zu einem außergewöhnlicheren PR-Event. Die Redaktion schmunzelte über die Thematik, denn zwei schwedische Schwestern stellten ihre Produkte, unter anderem auch Intim-Deo, für Intimpflege vor, um Mythen über die Intimhygiene zu widerlegen und Verwirrung aufzuklären. Erst im Nachhinein und durch weitere Recherche wurde mir bewusst: Dieses Thema wird eher totgeschwiegen. Es ist aber dennoch gesundheitlich sehr relevant für viele Frauen. Und sicherlich auch für Männer.
    Eine gesunde Vagina benötigt eine intakte Scheidenflora.
    Sogenannte Milchsäurebakterien schützen vor diversen Infektionen, wobei sie im Gegensatz zu anderen Mikroorganismen keine Krankheitserreger, sondern nützliche Helfer sind. Bei einem niedrigen ph-Wert von unter 4,5  können Erreger aufgrund des sauren Milieus nur schlecht oder gar nicht wachsen. Die sensible Scheidenflorabalance kann allerdings auch aus dem Gleichgewicht geraten, sie ist unter anderem auch vom weiblichen Sexualhormon Östrogen abhängig. Während des Zyklus schwankt dieses Hormon im Körper einer Frau, so ist der Östrogenspiegel während und kurz nach der Periode niedriger, wodurch auch die Anzahl der Milchsäurebakterien sinkt und das Risiko einer Infektion steigt.
    Während den Wechseljahren können sich Keime ebenfalls leichter ausbreiten, da die Östrogenproduktion in dieser Zeit abnimmt.Phasenweise leiden viele Frauen unter Scheideninfektionen mit unterschiedlichen Beschwerden wie Brennen, Trockenheit, unangenehmem Geruch oder Jucken. Oft hat dieses Leiden Auswirkungen auf den Alltag und auf das Sexualleben.
    Was können Frauen unterstützend tun, damit die Scheidenflora im Gleichgewicht bleibt? Gesunde Fette, wie sie in Nüssen, aber auch in Olivenöl oder Avocados vorkommen, sind beispielsweise für einen konstanten Östrogenspiegel  in der Scheidenflora wichtig. Auch künstliche Hormone als Rückstände im Fleisch aus Massentierhaltung können Einfluss haben. Zum Beispiel das synthetisch erzeugte Hormon „Xenoestrogen“, das den natürlichen Hormonhaushalt durcheinanderbringen kann.
    Spezielle Intimsprays oder -seifen, aber auch Sitzbäder oder Vagina-Spülungen sind umstritten, da sie oft zu aggressiv seien und den Schleimhäuten oder der Scheidenflora schaden. Erkundigen Sie sich bei der Verwendung solcher Pflegeprodukte vorher ganz genau, welche Inhaltsstoffe und Auswirkungen sie haben können. Auch feuchtes oder parfümiertes Toilettenpapier enthält Duftstoffe sowie Feucht- und Konservierungsmittel, mit denen die sensible Flora des Intimbereichs angegriffen werden kann. Auch die Verwendung von Enthaarungscreme im Intimbereich birgt Risiken und kann zu Hautreizungen, Brennen und sogar Allergien führen.
    Durch einen Teststreifen aus der Apotheke besteht die Möglichkeit, den ph-Wert des Scheidenmilieus selbst zu testen. Bei einem Wert von 5,5 oder mehr sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Frauenarzt kann eine bakterielle Scheideninfektion schnell erkennen.
    Jeder Körper ist unterschiedlich, sodass es den einen „perfekten Wert“ der Scheide nicht gibt.
    Es können stets nur Richtwerte angegeben werden. Niedrigere pH-Werte des Intimbereichs sprechen meist für einen besseren Abwehrmechanismus bezüglich potentieller Erreger und damit einhergehender Infektionen. Die Vaginal-Flora kann allerdings auch so eingespielt sein, dass selbst wenige Milchsäurebakterien und damit ein basischerer pH-Wert der Scheide nicht unbedingt mit häufigeren Vaginalinfektionen einhergehen muss. Sex, zu enge Kleidung oder Kälte – die Scheidenflora kann durch so viele unterschiedliche Faktoren angegriffen werden. Somit ist es umso wichtiger, sich wirklich aktiv um die eigene Gesundheit und das Wohnbefinden zu kümmern. Bei Beschwerden oder Unsicherheiten suchen Sie sich immer Rat bei Ihrem Gynäkologen oder Apotheker.                    ks

     


     

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