Dienstag, 27. Oktober 2020
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    Mehr Sicherheit durch Dialog-Displays?

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    Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit haben SPD und Grüne die Anschaffung sogenannter Dialog-Displays beschlossen. Aber reichen die Messgeräte tatsächlich aus?

    Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor das größte und gefährlichste Problem im Straßenverkehr.  Um der Lage Herr zu werden,   lassen Politik und Straßenverkehrsbehörde  Verkehrsinseln errichten oder Blitzer installieren.  Schnellfahrer sollen so nachhaltig ausgebremst werden.

    Im Bezirk Wandsbek  haben sich  die Fraktionen aus SPD und Grünen nun zu einem anderen Schritt entschlossen.  So sollen für alle Wandsbeker Regionalbereiche  fünf sogenannte Dialog-Displays  angeschafft werden,  die  potenziellen Rasern zwar die überhöhte Geschwindigkeit anzeigen, sie aber nicht bestrafen.

    “Die Forderung, dass insbesondere in Wohngebieten mehr für die Einhaltung von Tempolimits getan werden soll, wird von Bürgerinnen und Bürgern häufig an uns herangetragen”, sagt  Patrick Martens, Fachsprecher für Mobilität bei der Wandsbeker SPD-Fraktion.

    Weniger Raser auch ohne Strafen?

    Fraglich bliebt vor diesem Hintergrund, ob die Displays, von denen es im Bezirk Wandsbek bereits zwei gibt, tatsächlich zur Besserung beitragen, schließlich  haben Verkehrssünder keinerlei Strafen zu befürchten.

    Zwar ist Martens der Meinung, dass auch ohne Strafen ein besseres Bewusstsein für  angepasstes Fahren  erzeugt werden könne,  doch fest steht, dass  sich gerade die Aussicht auf Strafe als Mittel zum Zweck über Jahrhunderte bewährt hat.

    Warum haben sich die Fraktionen also nicht gleich für Blitzer entschieden?  Diese sorgen nicht nur für mehr Verkehrssicherheit, sondern ziehen die Raser im Zweifel auch noch direkt aus dem Verkehr.  Die Frage, ob die neuen  Dialog-Displays  chronische Raser nicht eher schützen, muss deshalb zumindest erlaubt sein.

    Mehr Kosten als Nutzen

    Aus rein finanziellen  Gesichtspunkten kann die Frage zumindest nicht beantwortet werden. 40.000 Euro kostet die Anschaffung der fünf Geräte, die aus dem “Förderfonds Bezirke” bereitgestellt werden.  Dazu kommen die jährlichen Betriebskosten von 1.500 Euro pro Gerät. Anders als Blitzer werfen die Displays also noch nicht einmal etwas ab.

    Sinn oder Unsinn? Darüber lässt sich erst urteilen, wenn die Dialog-Displays im kommenden Jahr installiert werden und sich hoffentlich positiv auf die Verkehrssicherheit auswirken.   Die Vorzeichen lassen daran jedoch zweifeln.

     


     

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