Freitag, 23. Oktober 2020
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    Eine Weihnachtsgeschichte

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    Nicht nur unsere Redakteure haben das Schreiben im Blut. Auch unser
    Mediaberater Reiner Hansen, der passend zum 4. Advent seine persönliche Weihnachtsgeschichte erzählt!

    „Du bist immer viel zu ehrlich“, hatte Christians Mama zu Christians Papa gesagt. Und viel zu nett zu den Leuten“, hatte sie auch noch seinem Papa gesagt. „Musst auch mal ein Schwein sein können“, hatte sie ihm noch geraten. So wie Ludwig, er lässt doch auch mal alle Fünfe gerade sein, wenn er den Leuten etwas …“

    „… etwas aufschwatzt“, hatte Christians Papa Christians Mama erwidert. Aber Ludwigs Familie fährt Mercedes, hatte Christians Mama geantwortet, „und wir, wir fahren immer noch unsere Fahrräder – und die sind auch nicht mehr ganz neu.“

    Mit hängenden Köpfen gingen Christian und sein Papa nun los, den Weihnachtsbaum zu kaufen. Immer die gleiche Leier. Nachbar Ludwigs Familie war reich, und Papa konnte da nicht mithalten. Ludwig machte in Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen, wobei er den Leuten mit den kleinen Brieftaschen gegenüber nicht zimperlich war und auch schon mal ne alte Oma aus ihrer Mietwohnung rausekelte, um Profit zu machen.

    Und Christians Papa? Naja, er erwirtschaftete mit seinem kleinen Kontor gerade mal genug zum Leben. Jedem wollte er gut sein, niemandem schaden, allen voran helfen. „Aber so kommen wir nie von den Fahrrädern runter und zu einem Mercedes wie Ludwig“, hatte Mama geschimpft.

    Auf dem Weihnachtsmarkt gab es einen Stand mit vielen verschieden Weihnachtsbäumen. Ludwig und sein Sohn Willy gingen gerade mit dem größten und schönsten Baum nach Hause. „Hallo Max!“ grüßte Ludwig – und grüßte seinem Nachbarn hoheitsvoll – und ebenso hoheitsvoll grüßte sein Sohn Willy Christian.

    Ludwig hatte Christians Papa schon mal angeboten, sein kleines Kontor aufzugeben und bei ihm einzusteigen, als Partner in die Wohnungsumwandlung. „Mach das doch“, hatte Christians Mama zu Christians Papa gesagt. Aber Christians Papa hatte mit dem Kopf geschüttelt und gesagt: „Ehrlich währt am längsten.“

    „Du immer mit deiner Moral“, hatte Christians Mama da gesagt. Aber Christian fand das richtig.

    Der Weihnachtsbaum, den Christians Papa aussuchte, war nicht so groß und nicht so schön wie Ludwigs, aber:
    „Herzlichen Glückwunsch! Sie haben den 1.000 Weihnachtsbaum gekauft“, gratulierte der Weihnachtsbaumverkäufer. „Damit haben Sie ein Los für die große Weihnachtslotterie gewonnen!“

    Christians Papa gab Christian das Los: “Mach du auf, Christian, du kleiner Sonnenschein.“ Christian öffnete das Los und sein Papa las langsam vor, was darauf stand: „Hauptgewinn! Ein VW Polo“.

    Als Christian und sein Papa mit dem nagelneuen Polo und dem Weihnachtsbaum im Kofferraum nach Hause kamen, stand bei Nachbar Ludwig die Polizei vor der Tür. Ludwig wurde abgeführt. Sohn Willy weinte. „Sie sagen, er hat die Leute betrogen”, schluchzte Willy.

    „Schön, dass du so ein ehrlicher Tropf bist“, lobte Christians Mama Christians Papa. „Und ein Mercedes wäre doch eh nix für uns, oder?”

    Und Christian war ganz stolz auf seinen Papa. Christians Mama und Christians Papa luden dann Willy und seine Mama ein – und gemeinsam feierten sie Weihnachten, unter dem kleinen Weihnachtsbaum.

    Foto: Fotonachweis

     


     

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