Montag, 21. September 2020
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    Eine Weltpremiere als Film-Tipp

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    Ich war gerade in einer Kino-Film-Weltpremiere. Im Zeise. Was ja schon mal ein besonderes Ereignis ist, finde ich. Zumal es meine erste Premiere dieser Art war …

    … Deswegen saß ich um kurz vor 20 Uhr  gespannt in meinem roten Samtsessel, voller Vorfreude vor den ersten Szenen. Auch Zeise-Geschäftsführer Matthias Elwardt war vor der Aufführung happy: „Jetzt kommt ein Satz, den sich jeder Kinobetreiber wünscht. Gleich sehen Sie eine Weltpremiere“, sagte er lächelnd und übergab das Mikro an Achill und Aaron Moser. Achill kenne ich schon seit über 15 Jahren, habe einige seiner Bücher gelesen und viele  seiner Reisen in Multi-Visions-Shows miterlebt – regelmäßig füllt er übrigens den Kuppel-Saal im Planetarium. Fesselt mit seinen Geschichten, schließlich hat der Mann, der 28 Wüsten durchquert hat, eine Menge gesehen und entsprechend viel zu berichten. Nun erstmals auf der Kinoleinwand in Mein Vater, mein Sohn und der Kilimandscharo. „Einen Film machen, das war schon immer mein Traum“, sagte Aaron, der seinen Vater auf einigen Reisen begleitet hat und Kameramann ist. Da liegt so ein Projekt nahe. Gemeinsam mit einem Freund, dem Kameramann Rainer Blank, hat der 28-Jährige die aktuelle Reise der beiden  gefilmt – einen Trip zum Kilimandscharo. Den wollte Achill Moser (65) bereits vor 30 Jahren mit seinem Vater Harry machen. Alles war geplant. Achills Knie  spielte nicht mit, Kreuzbandriss kurz vor der Abreise. Der Vater ging allein. Kurz vor seinem Tod schenkte er seinem Sohn eine Tonbandkassette, auf der er von seiner Ostafrikareise erzählt. Mit dieser Aufnahme im Gepäck machte sich Achill Moser nun mit seinem Sohn Aaron nach Tansania auf, um den Spuren des Vaters beziehungsweise Großvaters zu folgen. Sie erlebten die großen Tierparadiese Serengeti und Ngorongoro-Krater, zogen durch atemberaubende Landschaften, ehe es zum fast 6.000 Meter hohen Kilimandscharo ging.

    Herausgekommen ist ein sehr persönlicher Dokumentar-Film, in dem Achill Moser viel von sich preisgibt. Es  wird sogar – als selbst Kreuzbandbeschädigter musste ich weggucken – anfangs gezeigt, wie sich Achill sein linkes Knie fitspritzen lässt.  Dann geht es ab nach Tansania und dort kommt der Film  teils wie ein persönliches Urlaubsvideo daher, aber viel professioneller. Das passt perfekt zur Story. So werden beispielsweise die Massai sehr authentisch gezeigt und  Sequenzen mit Wildtieren in der Serengeti sind sehenswert, auch, wenn sie nicht durchgehend die Qualität  moderner Tierfilme haben. Muss auch nicht. Beim Aufstieg auf den berühmtesten Berg Afrikas ist der Zuschauer dann so dicht dran, dass man die Qualen der beiden fast selber spürt.

    Mehrfach kritisieren sie die massenhafte Besteigung des für die Massai heiligen Berges, der jährlich von bis zu 50.000 Bergsteigern erklommen wird. Wenn man dann bedenkt, dass das Verhältnis Bergsteiger zu Träger bei etwa 1 zu 5 liegt, wird klar, warum auf der Leinwand so viele Menschen den Berg hochlaufen. Laut Achill Moser schafft es übrigens nur jeder Zweite ganz bis oben. Das war auch Thema nach dem Film, als die beiden Protagonisten zusammen mit dem ganzen Team Fragen aus dem Publikum beantwortet haben. Aaron gibt zu, „wir waren ja auch ‚nur‘ Touristen. Aber wenn man die Träger anständig bezahlt und seinen Müll wieder einsammelt, kann man auch solche Touren noch machen.“

    Fazit: Es ist ein gelungener Bericht über eine sehr emotionale Familien-Reise in einem traumhaften Land zu einem Berg der Träume, die von Abenteuern, Freundschaft und Selbstfindung erzählt. Und auch, wenn es die Geschichte der Mosers ist, sicherlich wird sich jeder Zuschauer  in der Story zumindest in Teilen wiederfinden, schließlich haben wir alle Träume und eine ganz persönliche Familiengeschichte. Als Achill und Aaron am Ende weinend auf dem Gipfel stehen, an dem auch schon Achills Vater und Aarons Großvater stand, stellt sich einem Frage: “Wie weit würde ich gehen,  um meine  Träume wahr werden zu lassen?”  Kai Wehl

    Mehr Infos zum Film, einen Trailer und alle Termine gibt es hier.

     

    Es ist auch ein gleichnamiges Buch erschienen: Achill Moser, Mein Vater, mein Sohn und der Kilimandscharo – Eine abenteuerliche Reise, dtv premium, Durchgehend vierfarbig, mit Fotos von Achill und Aaron Moser, 224 Seiten, EUR 16,90 €

    Infos zu Achill Moser, zum Buch und Termine für Lesungen gibt es hier.
    Foto oben: Matthias Elwardt (Geschäftsführer des Zeise Kinos) mit Achill (l.) und Aaron Moser vor der Premiere von “Mein Vater, mein Sohn und der Kilimandscharo” im Zeise Kino. Dort läuft der Film auch noch!

     


     

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