Mittwoch, 28. Oktober 2020
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    Poppenbüttel: Das wird eine Fischtreppe

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    An der Poppenbütteler Schleuse gab es heute Vormittag einen “verbalen Spatenstich” vom Umweltsenator Jens Kerstan. So kündigte Dr. Olaf Müller vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer dessen Begrüßung an. Grund der Zusammenkunft bei feuchten 3 Grad Lufttemperatur: die Alsterschleuse in Poppenbüttel wird saniert und erhält eine Fischtreppe.

    Problem: Die Alster wird von der Quelle bis zur Mündung in die Elbe durch mehrere Schleusen- und Wehrbauwerke angestaut. Diese Bauwerke stellen kaum überwindbare Hindernisse für Fische dar. Bis Ende 2020 entsteht in Poppenbüttel eine neue Fischtreppe.

    Bis zum Ende diesen Jahres sollen die Bauarbeiten an der Poppenbütteler Schleuse abgeschlossen sein.

    Das Wehr Poppenbütteler Schleuse mit dem angestauten Schleusenteich gehört zu diesen Hindernissen. Mit der jetzt gestarteten Baumaßnahme wird zum einen das Wehrbauwerk erneuert, um die Betriebs- und Hochwassersicherheit zu verbessern und zum anderen wird eine Fischtreppe geschaffen. Diese soll in das bestehende Umlauf-Gewässer integriert werden, das am Wehrbauwerk vorbeiführt.

    Nach der bereits erreichten Fischdurchgängigkeit an der Mühlenschleuse, der Rathausschleuse und der Fuhlsbütteler Schleuse wird mit der Maßnahme in Poppenbüttel die Fischdurchgängigkeit von der Elbe zur Quelle der Alster weiter verbessert. Und es geht weiter: Fischtreppen an den Wehren Mellingburger Schleuse und Wohldorfer Schleuse sind bereits geplant und sollen bis 2023 gebaut sein.

    Umweltsenator Jens Kerstan: „Nach Jahrhunderten sollen spätestens ab 2023 wieder Fische wie Stichlinge, Aale und Meerforellen und später sogar Lachse barrierefrei von der Elbe durch die gesamte Stadt in Alster und bis zu Ihrer Quelle in Schleswig-Holstein ziehen können. Das Wehr Poppenbütteler Schleuse ist ein wichtiger Baustein dafür. Zwei weitere Fischtreppen werden in Kürze dazukommen. Das ist ein echter Erfolg für unsere Alster.“

    Sprachen alle drei vor Ort über das neue Bauwerk: Arne Klein (Wandsbeks Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt), Jens Kerstan (Senator für Umwelt und Energie) und Dr. Olaf Müller (Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, v.l.).

    Für die Erneuerung des Wehres Poppenbütteler Schleuse hat das Bezirksamt Wandsbek den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) beauftragt. Das Geld für die Herstellung der Fischtreppe in Höhe von 1,8 Millionen Euro stellt die Behörde für Umwelt und Energie bereit. Für die nötige Grundinstandsetzung des Wehrbauwerks stehen weitere 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.

    Wie geht es weiter?

    Um den Fischen den Aufstieg zu ermöglichen, muss der Grund des Gewässers, die sog. „Sohle“, im Umlauf-Gewässer in Richtung Schleusenteich mit kleinen überwindbaren treppenartigen Höhenstufen ansteigen. Hierzu wird die neue Sohle in Richtung Schleusenteich aufgefüllt und mit Querriegeln (Höhenstufen) aus Natursteinen strukturiert. So können die erforderlichen unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten erzeugt werden, die die Fisch-Wanderung ermöglichen. Auch viele Kleinlebewesen der Fließgewässerlebensräume wie Muscheln, Krebse, oder Insektenlarven profitieren von der Maßnahme.

    Alles wird neu: Sowohl die Schleuse (links), als auch der wenig auffällige Umlauf um das Sperrwerk (rechts), der nun zu einer Fischtreppe ausgebaut wird.

    Bevor der Bau der Fischaufstiegsanlage beginnen kann, ist im Vorfeld ein Regenwassersiel durch Hamburg Wasser umzulegen. Diese Arbeiten haben nun begonnen und dauern bis März 2020. Durch die Siel-Verlegung bis Februar 2020 wird die Fußgängerbrücke über das Umlauf-Gewässer nur kurzzeitig gesperrt. Eine Umleitungsstrecke wird für diesen Zeitraum ausgeschildert. Anschließend wird der LSBG das neue Wehrbauwerk und danach die Fischaufstiegsanlage bauen. Während der gesamten Bauzeit muss der Rad- und Fußverkehr über Behelfsbrücken und –wege entlang des Baufelds geführt werden. Das Umtragen von Kanus wird während der gesamten Baumaßnahme nicht beeinträchtigt. Der LSBG und das Bezirksamt Wandsbek bitten alle Betroffenen um Verständnis für die Beeinträchtigungen. Die Maßnahmen werden bis voraussichtlich Dezember 2020 durchgeführt. Da ein Teil der Arbeiten witterungsabhängig ist, kann es zu zeitlichen Verschiebungen kommen.

    Um den Fischen den Aufstieg zu ermöglichen, muss der Grund des Gewässers, die sog. „Sohle“, im Umlauf-Gewässer in Richtung Schleusenteich mit kleinen überwindbaren treppenartigen Höhenstufen ansteigen. Hierzu wird die neue Sohle in Richtung Schleusenteich aufgefüllt und mit Querriegeln (Höhenstufen) aus Natursteinen strukturiert.

    Fotos: Kai Wehl

     


     

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