Freitag, 23. Oktober 2020
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    Klimahysterie tötet Zuversicht

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    Der prominente Alstertaler Journalist Lutz Ackermann (viele Jahre NDR) blickt kritisch auf den medialen Mainstream und die selbsternannten Klimaretter.

    „11.000 Klima-Experten rufen den Klima-Notstand aus!“ – diese Schlagzeile beherrschte vor einigen Wochen die Medien. Die Nachricht stammte von einem Internet-Portal, das seriös erschien. Die Journalisten übernahmen sie ungeprüft. Als sich einige im Nachhinein die Unterschriften-Liste der Unterzeichner genauer anschauten, entdeckten sie Namen wie „Mickey Mouse“ und „Harry Potter“.

    Kurz, das Ganze war ein Fake, nur sehr wenige echte „Klima-Experten“ waren unter den Unterzeichnern, man fand Lehrer, Klempner, Automechaniker in der Liste und jede Menge nicht identifizierbare Namen. Als der Schwindel aufflog, war das Papier schwuppdiwupp aus dem Ursprungsportal verschwunden. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Medien diese Fake-Meldung nicht richtiggestellt.

    „Die Victoria-Wasserfälle in Afrika versiegen, der Zambesi trocknet aus!“ berichtete der MDR in einem dramatischen Fernseh-Beitrag. Ursache sei der Klima-Wandel. Zum Beweis wurde ein schmales Rinnsal gezeigt, das die Klippen herunter tröpfelte. Sofort wurde die Meldung über Zeitungen, Radio-Sendungen und Internet-Portale weiter verbreitet. Es war ebenfalls ein Fake. Das Rinnsal war ein Zambesi-Nebenarm, der in der Trockenzeit regelmäßig versiegt. Der Zambesi selbst donnerte ein paar hundert Meter weiter in voller Pracht über die Klippen. Die zuständige Wasser-Behörde erklärte, er führe zur Zeit die viertgrößte Wassermenge der letzten 25 Jahre.

    Richtigstellungen gab es im MDR, aber woanders kaum und wenn, dann irgendwo am Rande, wo nur wenige sie bemerkten. „Beispiellose Buschbrände in Australien!“ titelten die Medien im Januar. Ein Blick in Wikipedia hätte genügt, um Zweifel an dieser Schlagzeile zu wecken. Denn aus einer für jeden zugänglichen Statistik der Buschbände geht hervor, dass es in Australien weit „beispiellosere“ gegeben hat, sowohl was das verbrannte Terrain als auch die Brandopfer angeht.

    Der australische Buschbrand-Experte David Packham erklärte im australischen TV, die jüngsten Brände hätten sich deshalb so gewaltig entwickeln können, weil die Bewohner das hochbrennbare Laub der Eukalyptus-Bäume auf ihren Grundstücken liegen ließen, anstatt es zu entsorgen. Kein Wort darüber in unseren Medien.

    Zugegeben, dies sind extreme Beispiele für manipulative Berichterstattung zum Thema Klima-Wandel. Den weniger offensichtlichen begegnet man tagtäglich in allen Medien. Da werden normale Winterstürme zu Orkanen hochgestuft, Hauskatzen zu „Klimakillern“ erklärt und die sauberste Luft der letzten 100 Jahre zu „Verpestungen“ aufgeblasen. Wer das kritisiert oder es als „Klima-Hysterie“ bezeichnet, muss sich darauf gefasst machen, als „rechts“ diffamiert zu werden. Selbst wenn er seine Kritik mit Fakten untermauert. Natürlich ist es überlebenswichtig, dass über das Klima-Problem auf breitester Basis informiert, diskutiert und gestritten wird. Aber ohne Hysterie und ohne Fakes und Übertreibungen. Wenn jedes Wetter-Phänomen zum Indiz für die nahende Apokalypse aufgebläht wird, verlieren die Menschen die Zuversicht. Greta Thunberg nimmt genau das in Kauf, wenn sie vor den UNO-Repräsentanten schreit: „Ihr sollt in Panik geraten!“ Allerdings tun die das kaum, statt dessen aber Millionen junger Menschen.

    Meine Tochter (27) berichtete, in ihrem Freundeskreis wollten viele keine Kinder mehr in die Welt setzen, „denn durch den Klima-Wandel wird ja demnächst ohnehin alles Leben vernichtet.“ Eine 25-Jährige erklärte mir in vollem Ernst, sie glaube nicht mehr daran das 50. Lebensjahr noch zu erreichen.

    Die seriösen Klimatologen rechnen in Sachen Erderwärmung mit langen Zeiträumen, manche mit Hunderten von Jahren, und ob es dann wirklich schlimm kommt, weiß keiner. Vor 30 Jahren war noch bis 2020 eine Erwärmung von 4,5 Grad vorausgesagt worden, tatsächlich ist es 1 Grad. Trotzdem und sicherheitshalber muss man handeln. Und zwar besonnen und rational. Man muss die Zeit nutzen für Lösungen. Der FDP-Politiker Christian Lindner brachte es auf den Punkt: „Um Vorreiter und Vorbild beim Klima-Schutz zu sein, müssen wir Lösungen exportieren und keine Verbote.“ Denn nur wenige Länder auf der Welt sind bereit, sich um des Klimas willen einzuschränken. Vor allem die wohlstandshungrigen Länder in Asien, Afrika und Latein-Amerika sind es nicht. Wenn wir von ihnen Einschränkungen und Verbote fordern, zeigen sie uns den Vogel und sagen: „Ihr habt hundert Jahre lang Fortschritt und Wohlstand genossen und wir sollen bereits im Voraus darauf verzichten? Wir denken gar nicht daran. Im Übrigen ist Eure Forderung nichts anderes als eine neue Form des Kolonialismus!“

    Der Ausweg: Man muss Technologien entwickeln, die diesen Ländern eine Teilhabe am Wohlstand ermöglichen, ohne das Klima zu schädigen. Das aber werden nur gebildete, kreative, zuversichtliche Menschen tun, nur sie werden den nötigen Elan aufbringen. Verzagte, deprimierte, hoffnungslose werden es nicht tun. Wir brauchen daher Hoffnungsverbreiter und keine Untergangspropheten und Klima-Hysteriker. Wenn Panik und Angst zu den beherrschenden Gefühlen einer ganzen Generation werden, gnade uns Gott! Das Gefährliche dran ist, dass Menschen in Angst leicht manipulierbar sind.

    In George Orwells Horror-Roman „1984“ werden die Bürger in einen Zustand der Dauer-Angst versetzt durch tägliche Meldungen über einen Krieg, der an den Grenzen des Imperiums tobt. Er tobt seit Jahren, kommt aber nie näher. Damit erstickt man jede Kritik und hält die Massen bei der Stange. Das Damoklesschwert ist die bevorzugte Waffe der Demagogen.

    Man kann nur hoffen, dass nicht irgendwann von rechts oder links ein demagogischer Retter auftaucht, dem die Menschen bereitwillig ihre Freiheit, ihre Humanität und ihre Menschenwürde opfern. Wir hatten das schon mal in diesem Lande…

     


     

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