Sonntag, 25. Oktober 2020
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    Start Termin Christian Irrgang in der Ohlendorff'schen Villa

    Christian Irrgang in der Ohlendorff’schen Villa

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    Christian Irrgang, Fotograf und Autor aus Volksdorf, hat Frank-Walter Steinmeier für ein Buchprojekt über zwei Jahre lang regelmäßig begleitet und fotografiert – beruflich wie privat. Nach Johannes Rau, Horst Köhler und Joachim Gauck hat er damit zum vierten Mal einen Bundespräsidenten fotografisch verewigt. Am 25. Februar berichtet Irrgang in der Ohlendorff’schen Villa von seinem beeindruckenden Projekt. Wir haben den Fotografen zum Interview getroffen.

    Du hast den vierten Bundespräsidenten abgelichtet. Im Endeffekt einen Politiker – zur Zeit nicht gerade die beliebteste Personengruppe, was gegen einen Bestseller spricht. Was ist dein Antrieb?

    Christian Irrgang: Zum einen natürlich das Gesetz der Serie. Und dann ist da eine große Neugier und ich bin Fotograf geworden, weil ich ein spannendes Leben haben wollte und die Begleitung eines Politikers bringt dich um die Häuser. Man kommt in Situationen, in die man sonst nicht kommt. Beispielsweise war ich dabei, als die drei Parteivorsitzenden mit dem Bundespräsidenten an einem Tisch saßen und die GroKo eingetütet haben. Natürlich war ich nicht die ganze Zeit im Raum und kenne den Inhalt der Gespräche nicht, aber es ist ein Foto entstanden, das deutsche Geschichte zeigt.

    Wie nah bist du ihm gekommen?

    Ziemlich nah. Einmal waren wir beispielsweise zu zweit wandern. Ich kam wie verabredet zum Termin und er sagte, dass seine Frau zu müde sei, um mitzukommen. Also sind wir alleine los – die Sicherheitsleute waren kaum zu sehen – und haben uns über dies und das unterhalten. Es hat großen Spaß gemacht. Genau wie eine Fotosession an der Havel nahe seinem Feriendomizil in Saaringen. Nach einem offiziellen Termin in Neuruppin zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane sagte mir eine Mitarbeiterin, es gäbe einen privaten Anschlusstermin. Wenn die Kolonne des Bundespräsidenten abfahre, solle ich mich dranhängen. Ich wusste nicht, wo es hingeht. Später haben wir zu dritt einen Spaziergang in der Abendsonne unternommen, bei dem schöne Fotos entstanden sind. Unter anderem auch der Titel.

    Was war anders als bei den anderen Präsidenten?

    Die Arbeit mit Steinmeier war sehr angenehm, wie bei seinen Vorgängern aber auch. Schwieriger als sonst war aber die Abstimmung mit seiner Pressestelle bezüglich der Fotos und Termine.

    Nenne doch mal das Highlight aus den 2 Jahren eurer Zeit.

    Es gab einige. Eine schöne Situation, an die ich mich gerne erinnere, gab es in der Präsidentenmaschine. Meine Kollegen wollen immer vorne in die VIP-Kabine zu Steinmeier. Sie werden dann einzeln ganz kurz nach vorne gelassen und bekommen offizielle Fotos mit Schlips und Anzug. Ich wollte es anders haben und durfte länger bleiben. Ich habe mich auf einen freien Platz gekauert und gewartet. Vielleicht haben sie mich dann irgendwann vergessen, denn es wurde ganz leger. Ohne Sakko, die Mitarbeiter haben geschlafen oder gelesen und es stand Rotwein auf dem Tisch. So entstehen persönliche Fotos, die ich liebe.

    kw

    Am 25.02.2020 um 20.00 Uhr berichtet Christian Irrgang über seine Erlebnisse als Fotoreporter und sein Bundespräsidentenprojekt in der Ohlendorff’schen Villa (Kulturkreis Walddörfer e.V.). Der Eintritt kostet 12€ (erm. 10€), Restkarten an der Abendkasse gibt es für 14€ (erm. 12€).

    Foto: Thorsten Baering

     

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