Sonntag, 20. September 2020
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    Interview: Dennis Thering will CDU-Fraktionschef werden

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    Der Alstertaler CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Thering wird auf der konstituierenden Sitzung der CDU-Bürgerschaftsfraktion am 16.03. für ihren Vorsitz kandidieren. Wir befragten ihn zu seinen Zielen!

    AlstertalPlus: Was wollen Sie als CDU-Fraktionschef anders machen als Ihre Vorgänger?

    Dennis Thering: Ich möchte an die Arbeit meines Vorgängers André Trepoll anknüpfen und nicht das Rad neu erfinden. Mir ist es besonders wichtig, dass wir uns vor Ort noch intensiver um die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger kümmern. So wie ich das als Wahlkreisabgeordneter für das Alstertal und die Walddörfer seit 2011 erfolgreich mache, so möchte ich das zukünftig auf ganz Hamburg übertragen. Immer bei den realen Problemen der Menschen ansetzen und diese lösen, und nicht ständig über abstrakte Fragen den Kopf zerbrechen.

    Sie sagten uns kurz nach der Wahl: “Es muss wieder klar sein, wofür wir stehen und welchen Mehrwert es hat, CDU zu wählen”. Woran lag es denn, dass nicht klar war, wofür Sie stehen?

    Die CDU ist in Hamburg zuletzt wie ein großer Gemischtwarenladen aufgetreten. Sehr vieles im Angebot, aber wenig Neues und Greifbares. Und dann war zum Schluss auch noch der Kurs unklar. Ich bin ein Freund klarer Worte und eines klaren Profils. Das passt nicht immer allen, mir ist es aber lieber, sich über Positionen und Inhalte auseinanderzusetzen, als gar nicht wahrgenommen zu werden.

    Wofür steht die CDU denn und welchen Mehrwert hat es, sie zu wählen?

    Die CDU kümmert sich um die Probleme der Leute vor Ort. Gerade in den Wahlkreisen wie hier im Alstertal und den Walddörfern haben wir das auch bei der Wahl gesehen – trotz insgesamt historisch schlechtem Ergebnis. Hier haben wir deutlichen Zuspruch bekommen und zwei der fünf Mandate direkt gewonnen. Wir sind als CDU nicht nur für die Innenstadt da, sondern machen gerade den Hamburgerinnen und Hamburgern in den Stadtteilen außerhalb des Ring2 ein politisches Angebot. Dieses Profil möchte ich wieder schärfen und mit Themen wie Mobilität, Grünerhalt und Bildung klar besetzen.

    Sie sagten, Sie sehen die CDU in der Rolle als einzige bürgerliche Oppositionsfraktion. Wie wird dann zukünftig die parlamentarische Arbeit der CDU aussehen? Fundamentalopposition? Oder wird sie mit den Regierungsparteien bei Gelegenheit auch zusammenarbeiten?

    Nach aller Voraussicht werden SPD und Grüne ihre Koalition fortsetzen. Gerade dann kommt es auf uns als doppelte Opposition besonders an. Zum einen gegen den rot-grünen Senat und zum anderen gegen die nicht-regierungsfähigen Parteien AfD und Linke. Wir werden unsere Rolle in Demut vor dem Wahlergebnis annehmen und uns mit aller Kraft für die Anliegen der Hamburgerinnen und Hamburger einsetzen. Das bedeutet für mich immer kritisch-konstruktiv aufzutreten und im Einzelfall, dort wo es für die Menschen in unserer Stadt gut ist, auch mit SPD und Grünen zusammenzuarbeiten.

    Was ist mit der anderen Partei in der Bürgerschaft, die sich selbst gern die Eigenbezeichnung “bürgerlich-konservativ” gibt – der AfD? Wird die CDU mit ihr kooperieren?

    Die CDU-Fraktion wird auch unter meiner Führung in Hamburg weder mit der AfD noch mit der Linken kooperieren. Die Begründungen dafür sind unterschiedlich, insofern gibt es keine Gleichsetzung, aber im Ergebnis gilt für uns eben das gleiche: Keine Zusammenarbeit mit diesen Parteien am linken und rechten Rand.

     


     

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