Montag, 21. September 2020
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    TIPP: Werkschau von Peter Lindbergh im MKG

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    Eine Auswahl von Werken eines der besten deutschen Fotografen ever ist noch bis zum 1. November im Museum für Kunst & Gewerbe zu sehen. In der Ausstellung “Untold Stories” – der ersten von Peter Lindbergh (1944-2019) selbst kuratierten Werkschau. Er hat zwei Jahre an der Präsentation gearbeitet und diese kurz vor seinem Tod Anfang September 2019 fertiggestellt.

    Lindberghs Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980er-Jahren bis in die Gegenwart ermöglicht einen eingehenden Blick auf sein umfangreiches OEuvre und lädt zum Entdecken vieler bislang unerzählter Geschichten ein. Die Ausstellung ist Lindberghs persönliches Statement zu seinem Werk.

    Peter Lindbergh (1944–2019),  Uma Thurman, New York, 2016, © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

    „Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin,“ so Lindbergh im Juni 2019 in einem Interview, das für den Ausstellungskatalog geführt wurde. Ein Großteil der Aufnahmen, die im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zu sehen sind, wurde noch nie gezeigt; andere sind von Zeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht worden.

    In Lindberghs Bildern steht das Interesse am Menschen im Vordergrund. Mit seinen Werken ist es ihm gelungen, den unmittelbaren Kontext von Modefotografie und zeitgenössischer Kultur zu überschreiten und neu zu definieren. „Durch die Ausstellung ergab sich die Möglichkeit, ausführlicher über meine Fotos in einem anderen als dem Modekontext nachzudenken. Ziel der Präsentation ist es, die Fotos zu öffnen für andere Lesarten und Perspektiven“, betonte Lindbergh im Gespräch. „Allerdings geht es mir nicht darum zu sagen, dass meine Bilder keine Modefotografie seien, denn das wäre auch falsch. Ich bestehe auf der Definition ‚Modefotografie‘, weil für mich dieser Begriff nicht bedeutet, dass man Mode abbilden muss – die Fotografie ist viel größer als die Mode selbst, sie ist Bestandteil der Gegenwartskultur.“

    Peter Lindbergh (1944–2019), Querelle Jansen, Paris, 2012, © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

    Die Ausstellung besteht aus drei Teilen, wobei zwei großformatige Installationen den Rundgang rahmen und überraschende Perspektiven auf Lindberghs Schaffen eröffnen. Den Anfang macht die eigens für die Ausstellung entwickelte monumentale Installation Manifest, die eine eindringliche Einführung in Peter  Lindberghs Idee von Modefotografie darstellt.

    Für den Hauptteil der Präsentation hat Lindbergh die aus seiner Perspektive essenziellsten Werke seines langjährigen OEuvres arrangiert und mit ihnen experimentiert. In der Hängung legt Lindbergh immer wieder neue Geschichten frei, bleibt aber gleichzeitig seiner Sprache treu. Emblematische sowie noch nie zuvor
    gezeigte Arbeiten werden paarweise oder in Gruppen gezeigt und ermöglichen neue Interpretationen.

    Peter Lindbergh (1944–2019), Ariane Koizumi, Duisburg, 1985, © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

    Den Abschluss der Schau stellt die Filminstallation Testament (2014) dar, die eine fast unbekannte Seite des Schaffens des deutschen Fotografen offenlegt. Der durch einen Einwegspiegel aufgenommene Film zeigt eine stumme Auseinandersetzung zwischen Lindberghs Kamera und Elmer Carroll, ein in Florida zum Tode verurteilen Mörder. Carroll betrachtet 30 Minuten lang und ohne mimische Bewegung, sein Spiegelbild. Die zum ersten Mal gezeigte Installation ergänzt die Ausstellung um eine unerwartete Bedeutungsschicht
    und stößt eine Debatte um Themen an, die zentral für Peter Lindbergh waren: Introspektion, Ausdruck, Empathie und Freiheit.

    Peter Lindbergh (1944–2019), Kristen McMenamy, Beauduc, 1990, © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

    AUSSTELLUNG
    Peter Lindbergh: Untold Stories
    20. Juni bis 1. November 2020
    Museum für Kunst & Gewerbe
    Achtung: Bis einschließlich 30. Juni 2020 finden aufgrund der aktuellen Einschränkungen keine Führungen und Veranstaltungen zur Ausstellung statt.
    EINTRITT 12 € / ermäßigt 8 €, unter 18 Jahren frei
    Der Zutritt zur Ausstellung ist nur mit Zeitfenster möglich. Das Ticket kann HIER ONLINE gebucht werden.

    Aktuelle Informationen zur Ausstellung gibt es HIER ONLINE.

    KATALOG
    Begleitend zur Ausstellung erscheint im Taschen Verlag ein 320 Seiten umfassender Katalog mit einem Interview zwischen Felix Krämer und Peter Lindbergh sowie einem Text von Wim Wenders. 150 Aufnahmen, Hardcover, 27 x 36 cm, mehrsprachige Ausgabe in Deutsch, Englisch und Französisch, Buchhandels- und Museumsausgabe: 60 €

    Eine Ausstellung des Kunstpalastes, Düsseldorf, in Kooperation mit der Foundation Peter Lindbergh, Paris, und dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Nach der Präsentation im MK&G ist die Schau im Hessischen Landesmuseum, Darmstadt (Winter 2020/2021), sowie im MADRE in Neapel (Frühjahr 2021) zu sehen.

    Mit freundlicher Unterstützung der Justus Brinckmann Gesellschaft und von Annegret und Claus-G.  Budelmann.

     

     


     

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