Freitag, 27. November 2020
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    Start Politik & Gesellschaft Hunde-Auslauf gesetzlich regeln?

    Hunde-Auslauf gesetzlich regeln?

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    Bisher hieß es in der Tierschutz-Hundeverordnung, die Vierbeiner müssten „ausreichend Auslauf im Freien“ erhalten. Künftig soll dies präzisiert werden: mindestens zweimal eine Stunde täglich sollen sich Hunde im Freien aufhalten, etwa beim Spaziergang, im Garten etc. Dies ruft empörte Reaktionen von Menschen hervor, die sich in ihrer Freiheit bedroht sehen. Wie sinnvoll ist die Änderung? Wir diskutieren.

    PROChristian Luscher, stv. Chefredakteur

    Wer Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernimmt, muss ihr auch gerecht werden. Das ist bei Kindern so, und bei Tieren auch. Die Eltern haben das Recht und die Pflicht, für das Wohlergehen ihres Kindes zu sorgen und es zu erziehen. Wenn sie darin versagen, muss das Familiengericht in Aktion treten. Ich höre selten Aufschreie von Rabeneltern, die auf die „Freiheit“ pochen, ihr Kind zu vernachlässigen. Eher gibt es Empörung, wenn Jugendamt & Co. bei Vernachlässigungen nicht konsequent genug einschreiten. Aber vielleicht kommt das noch. Heutzutage sehen einige ja hinter jeder Ecke „DDR-Verhältnisse“ und einen „Verbotsstaat“ heraufziehen. So auch im Fall einer eher belanglosen Präzisierung in der Tierschutzverordnung, bei der sich so mancher wutbürgerliche Untergangsprophet schon halb in der nächsten Diktatur wähnt. Vernünftige Hundebesitzer betrifft die Änderung schon mal gar nicht, die geben ihren Tieren sowieso genügend Zeit im Freien. Gegen alle anderen gibt es jetzt statt einem Wischiwaschibegriff eine rechtliche Handhabe. Wie kann man daran Anstoß nehmen?

    CONTRA

    Wolfgang E. Buss, Verleger

    Diese Gesellschaft verändert sich rasant! Sie ist inzwischen tief gespalten und so auch die Reaktionen auf die neue Gassi-geh-Verordnung (Tierschutzhunde-Verordnung).
    Jene Deutschen, die Verordnungen von oben lieben, weil sie ihnen Sicherheit bieten und die Möglichkeit geben, selbst als Volksspitzel mitzuhelfen, Übertäter zu ertappen und den Behörden zu melden, gefällt es. Vielen anderen stecken die nachbarschaftlichen Corona-Spitzel-Traumata noch in den Knochen: 110, Herr Wachtmeister, unsere Nachbarn treffen sich gerade mit mehr als der aktuell erlaubten Personenzahl. Wir mögen diese Nachbarn übrigens nicht, bitte kommen Sie schnell vorbei!
    Und das soll jetzt ausgedehnt werden. 110, Herr Wachtmeister, unser Nachbar war heute Nachmittag wieder nicht mit dem Hund raus, damit er kacken kann. Und heute morgen haben wir nur 14 Minuten gemessen!Ja, wir müssen Tiere vor übler Behandlung schützen. Unsere Haustiere übrigens genauso wie die meist viel stärker leidenden „Nutz“tiere. Mehr als 80-Milliarden (!) halten wir Menschen davon, die allermeisten leben nur für den Kochtopf. Fast alle haben eine leidvolles Dasein. Will Frau Landwirtschafts-Ministerin Klöckner gerade von der Fleischindustrie ablenken? Dann ist ihr der Trick gelungen!

     


     

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